Suppe ausgelöffelt

B-Jugend: 11. Meisterschaftsspiel gegen SG Pasewalk/Rollwitz (11.04.2026)
Artikel vom 12. April 2026
Der Artikel wird präsentiert von:
Irgendwie war die Stimmungstalsohle erreicht.
Nach den zwei bitteren Niederlagen in Demmin und vor allem in Burg Stargard, der anschließenden Fußballpause über Ostern und der bis zur letzten Minute verzweifelten Suche nach dem elften Mann konnte die Stimmung – auch beim Trainerduo – kaum drückender sein.
Fast schon mit einer weiteren Demütigung rechnend, fand sich die Mannschaft – bis auf einen Spieler, der verschlafen hatte :-) – dann doch am Samstagmorgen bei guten Fußballbedingungen am Stadion ein.
Nach dem fast schon üblichen Ärger mit den Trikots (zu groß, zu klein, Nummer nicht da etc.) war dann auch noch der Platz zum Aufwärmen nicht frei. Die Vorzeichen standen auf Mist.
Und da würde uns – das war allen klar – nur ein überzeugender Sieg herausholen. Selbst gegen Pasewalk (derzeit Letzter in der Tabelle) bedeutete das harte Arbeit. Eben jenes Pasewalk, das uns in der Hinrunde mit einer 3:2-Klatsche nach Hause geschickt und uns mit ihrer Hoch-und-Weit-Methode so oft ins Schwimmen gebracht hatte.
Hier setzte auch die geänderte Taktik von Trainer Thoralf Ickert an. Es sollte nicht mehr wild gepresst, sondern erst ab Höhe der Mittellinie attackiert werden. Gute Entscheidung. Überraschenderweise hatte Pasewalk ungewohnt viel Zeit, den Ball in der eigenen Abwehr zu halten und aufzurücken. Aber sobald sie auf Höhe der Mittellinie waren, war das Feld für einen weiten Ball zu eng geworden und wir konnten zuschlagen.
Die Freunde an der Seitenlinie waren da, die Spielkontrolle war da, Pässe kamen größtenteils an, die Zweikämpfe wurden angenommen und mehrheitlich gewonnen. Dennoch fehlte noch etwas: das Zwanglose, der Spielwitz, der dir die Augen und das Gefühl für den frei werdenden Mitspieler weitet. Es war mehr Krampf als einfach aussehender Fußball.
Infolgedessen packte Lenny den Hammer aus und ließ den Ball zweimal die Querlatte knutschen. Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in einem Spiel zweimal aus ziemlich genau 20 Metern abzieht, der Ball sich zweimal schön hinter dem Torwart senkt und dann zweimal mit dem gleichen Sound an die Latte kracht? Sollte es heute wieder nicht sein? Das kann doch alles nicht wahr sein.
Torlos ging es in die Halbzeit. Jeder wusste: Die haben wir im Griff, die Überlegenheit ist da – aber wo bleibt dieses … Tor?!
Ansage: „Weiter Fußball spielen, am Tor arbeiten, nur so kann die Mühe belohnt werden. Und wenn es passiert, dann gewinnen wir das Spiel noch 3:0.“
Und so kam es dann tatsächlich. Ein gutes Gefühl. Nachdem Erik noch alleine am Keeper gescheitert war, vergaß Elia zunächst frei auf dem Weg zum Tor den Ball, setzte ihn anschließend zweimal links am Pfosten vorbei und traf endlich beim vierten Anlauf!!
Ein echter Befreiungsschlag! 10 Minuten vor Spielende!
Erleichtert aufspielend erzwang Erik noch einen Elfmeter, den er selbst einnetzte. Und in der allerletzten Minute krönte Leon seine Leistung mit einem fetten Ausrufezeichen.
Ein versöhnlicher Sieg, der – wenn man den Befreiungsschlag schon früher hätte setzen können – sicherlich höher ausgefallen wäre.
Kommenden Samstag geht es nach Greifswald. Die Gelegenheit zu beweisen, dass wir auch auswärts Fußball spielen können.

































