Déjà-vu

B-Jugend: 9. Meisterschaftsspiel gegen Demminer SV 91 (21.03.2026)
Artikel vom 22. März 2026
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Manchmal soll es einfach nicht sein. Und zwar mit Ankündigung!
Zum Ende der Vorrunde und nach dem Testspiel gegen Röbel hatte man du den Eindruck: Wir sind unschlagbar. Wer kann uns jetzt noch aufhalten? Alle funktionieren als Team. Hier ist eine Mannschaft ist im Gleichschritt mit der Stimmung gewachsen. Es wirkt alles so solide. Aber dann hast du ein stinknormales Training, machst eine stinknormale Trainingseinheit 2 gegen 2 und plötzlich sagt dein Torwart: „bei mir hat’s im Fuß geknackt.“
Hätte man mich in der Winterpause gefragt, was wir als allerletztes für das Team in der Rückrunde brauchen, wäre es ganz klar der Ausfall von Linus gewesen. Und dann geschieht ausgerechnet das – es ist zum…!
Und auch wenn mit Jaime ein guter Ersatz für das Tor gefunden wurde, fühlte sich das Spiel in Teilen wie ein Déjà-vu vom Spiel gegen Pasewalk in der Hinrunde an.
Die gleiche Torabfolge und exakt die gleiche Art von Eckbällen, die uns auch in Pasewalk das Genick gebrochen haben. Direkt vor den Torwart getreten landet der Ball bei drei Eckbällen punktgenau bei dem immer gleichen Spieler mit der Nummer 5. Dreimal wird noch vor dem Eckball vor dieser Nummer 5 gewarnt. Dreimal steigt eben dieser Spieler umringt von mindestens vier unserer Jungs nach oben. Dreimal bekommt er den Ball auf den Kopf. Dreimal nickt er ihn ein. (Einmal wird er dabei vom Schiedsrichter – aus irgendeinem Grund – zurückgepfiffen.)
Die Unterschiede zum Spiel gegen Pasewalk waren zum einen, dass uns dieses mal im ganzen 0 mitgereiste Fans zur Seite standen und zum anderen dass wir besser gespielt haben, als noch vor einem halben Jahr.
Zwar wird nicht immer schön gespielt. Der Ball ist glitschig und in der Luft schwer zu kontrollieren. Mancher Pass kommt nicht an, mancher Angriff wird schon früh abgewürgt.
Aber wir hatten unsere Möglichkeiten. Matti ballert das Leder zunächst aus 7 Metern an das Außennetz und ein paar Minuten später den Torwart an. Erik trifft aus guter Position nur seinen Mitspieler. Zahlreiche Schüsse und vielversprechende Hereingaben werden von einer gut sortierten Abwehr und einem noch besser sortierten Torwart vereitelt.
Wenn du dann von gefühlt 15 guten Möglichkeiten letztlich nur zwei in Tore umwandeln kannst (Erik in der 29. und Elia in der 87. Spielminute), reichen dem Gegner eben ein gut durchgeführter Angriff und zwei Eckbälle zum Sieg.
Überschattet wurde das Spiel von der schweren Verletzung eines Demminer Spielers. Der Kopfzusammenprall mit Moritz im Mittelfeld Mitte der zweiten Halbzeit sah aus der Ferne zunächst nicht so dramatisch aus. Moritz rieb sich eine weile den Kopf und der Gegenspieler humpelte vom Platz. Wir dachten, ok, Nasenbluten (!). Und plötzlich - wir fahren gerade einen vielversprechenden Konter, der Ball prallt vom Torwart ab so dass Matti nur noch einschieben braucht - kommt ein Krankenwagen auf den Kunstrasen gefahren. Der Schiedsrichter hatte das Spiel eine Sekunde bevor Matti hätte einschieben können, unterbrochen (es sollte einfach wirklich nicht sein!). Wir mussten später leider erfahren, dass der Junge Mann mit Jochbeinbruch ins Krankenhaus gebracht wurde und möchten an dieser Stelle eine schnelle, gute und vor allem folgenlose Genesung Wünschen!!
„Möge der Bessere gewinnen!“ - sagt man so.
Stimmt aber nicht. Es ist gut so, dass im Fußball beide Teams die Chance haben zu gewinnen. Sogar das Team mit den vermeintlich schlechteren Einzelspielern, ja sogar mit dem schlechteren Kombinationsspiel, kann und darf einen Lucky Punsh landen oder ein Mittel finden, um den Favoriten zu schlagen.
Mancher Fußballfan kommentiert das von der Tribüne aus gerne so: „Das Team, das gewonnen hat, war eben besser.“ Klingt einfach, ist aber – zumindest aus Trainersicht – eine gefährliche Schlussfolgerung.
Denn wenn das so wäre, müsstest du dich nach jeder Niederlage grundsätzlich hinterfragen und am besten alles anders machen. Am besten so spielen, wie der Gegner, der ja schließlich gewonnen hat.
Als der FC Bayer am 25. November 2014 mit 2:3 gegen Man City verloren hatte stellte sich Pep Guardiola vor die Kameras und behauptete (im Wissen, dass viele Leute das anders sehen würden): „Es war eigentlich ein gutes Spiel von uns“ / „Es war ein sehr gutes Spiel von uns trotz der Niederlage“.
Im Fußball kann man (verdient!) verlieren, auch wenn man gut gespielt hat und auch wenn das wie ein Widerspruch klingt.
Abgerundet wurde unsere Leistung noch durch eine hochverdiente Gelb-Rote Karte nach Spielende wegen Meckerns. Die Frage, was uns in dieser Saison also noch am Durchmarsch hindern kann, ist nach diesem Spiel nicht mehr schwer zu beantworten.
Am kommenden Freitag Abend (19:15 Uhr) geht es nach Burg Stargard. Hier können wir zeigen, dass wir verstanden haben!






















