Mecki wünscht sich zum Abschied noch einen Heimsieg seiner TSG

20. April 2017

Nordkurier, 20.04.2017 von Matthias Schütt

Kein Wolf im Schafpelz, dafür ein Wolff im Stierkostüm. Das war bisher Ronald Wolff, der vier Spielzeiten lang als Darsteller im Kostüm des Mecki – dem blauen Maskottchen der TSG Neustrelitz – steckte. Nach der Saison 2016/2017 ist nun aber Schluss für den 44-Jährigen. Matthias Schütt unterhielt sich mit dem gebürtigen Neustrelitzer über den außergewöhnlichen Job am Spielfeldrand.

Warum hängen Sie das Maskottchen-Dasein an den Nagel?
Mit 44 Jahren komme ich langsam in ein Alter, wo ich denke, dass das ruhig ein Jüngerer übernehmen kann. Zudem kommen arbeitstechnische Gründe hinzu. Ich arbeite bei der Deutschen Post. Die Schichten werden mehr und es wird schwieriger immer für die Fußballpartien frei zu bekommen.

Wie sind Sie zum Job als Mecki-Darsteller gekommen?
Das war ganz kurios. Ich war ja Stadionsprecher bei unser damaligen zweiten Mannschaft. Nach einer Partie stand ich mit Andreas Kavelmann vom Verein und Präsident Hauke Runge zusammen und wir haben gesprochen. Da erzählte das TSG-Oberhaupt von dem Maskottchen. Ich habe dann das Kostüm anprobiert und es war wie maßgeschneidert für mich. Da hat dann einfach alles gepasst.

Wie hat es sich angefühlt, das TSG-Maskottchen zu sein?
Ich war zum Anfang schon sehr aufgeregt. Bis auf meine Frau wusste ja zu Beginn auch keiner davon und es dauerte eine gewisse Zeit, bis die Leute mitbekamen, wer da unter dem Kostüm steckt. Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Auftritt zurück als die Mannschaft damals 2013 mit 2:0 gegen den FC Viktoria 1889 Berlin gewann. Ein paar Partien habe ich aber zu Beginn schon gebraucht, um mich in der Rolle zurecht zu finden. Man musste auch die Gesten, Bewegungen und so was alles lernen. Selbst das ganz normale Gehen in den großen Schuhen war anfangs problematisch.

Wie lange dauert es überhaupt, um in das Kostüm zu schlüpfen?
Zum Anfang war das gar nicht so einfach. Da brauchte ich sogar eine zweite Person zur Hilfestellung. Mittlerweile schaffe ich es aber in weniger als zehn Minuten alleine.

Stichwort Erinnerung. Woran denken Sie gerne in ihrer Zeit als Mecki zurück?
Da war natürlich gleich die Meistersaison 2013/2014 zu Beginn meiner Tätigkeit. Da gab es viele Siege mit der Mannschaft zu feiern. Das hat schon sehr viel Spaß gemacht. Man war ja sehr nah am Geschehen dran. Es macht Spaß, für Erinnerungsfotos zur Verfügung zu stehen. Damals wollte jeder Mal ein Bild mit Mecki haben. Vereinzelt durfte ich sogar Autogramme schreiben. Das war mit den großen Händen gar nicht so einfach.

Neben all den schönen Momenten gab es sicherlich auch einige negative Erlebnisse?
Das verlorene Hinspiel in der Relegation gegen den 1.FSV Mainz 05 II war schon bitter. Ansonsten sind vor allem Niederlagen kurz vor Ultimo schlimm. Aber auch dann habe ich dem Team den Rücken gestärkt. Da mich unter dem Kostüm aber sowieso keiner hört, kann ich meine Emotionen und Flüche ganz einfach rauslassen. Die Arbeit eines Maskottchens läuft meist über die Gesten ab, auch in Richtung der Fans. Und Sprüche der gegnerischen Fans werden überhört. Da muss man sich einfach seinen Teil denken und kühn reagieren.

Zwei Heimspiele sowie der AOK-Fußballtag für Vielfalt und Toleranz stehen für Sie als Mecki noch an. Danach ist Schluss. Wie sieht für Sie die Zeit danach aus?
Ich werde auch weiterhin zu den Heimspielen ins Parkstadion kommen. Die TSG ist mein Verein. Ob nun in guten oder schlechten Zeiten. Ich werde die Zeit als Mecki sicher vermissen und glaube, dass das erste Spiel als normaler Zuschauer wird schon etwas komisch werden. Ich hoffe, dass ich in den verbleibenden Partien als Mecki wenigstens noch einmal einen Sieg und drei Punkte erleben kann.

Die Nachfolgersuche läuft auf Hochtouren. Sind Sie mit eingebunden?
Nein. Das liegt beim Verein. Ich würde den neuen Darsteller anfangs aber schon unterstützen und auch Fragen beantworten oder beim Anziehen helfen.

Welche Eigenschaften sollte der Neue aus Ihrer Sicht mitbringen?
Er muss ein Fußballfan durch und durch sein und am besten natürlich ein TSG-Anhänger. Er sollte auch Emotionen zeigen und Leute animieren können. Auch ist es wichtig, sportlich zu sein. Im Sommer ist es unter dem Kostüm sehr warm. Dafür hält es an kühlen Tagen aber auch warm. Ebenso sollte er verlässlich sein und sich an Termine halten.